An die Frau, die mich „nur eine Krankenschwester“ nannte

Caitlin Brassington ist Krankenschwester. Sie verbringt ihre Tage damit, Patienten zu pflegen, bei Geburten zu assistieren und vor allem damit, Leben zu retten. Sie ist stolz auf ihren Beruf und weiß, was sie tagtäglich für die Allgemeinheit leistet.

Nach einer weiteren anstrengenden Nacht sprang sie kurz in einen Laden, um Milch zu kaufen. Dort traf sie eine Bekannte, wie sie in einem Blog für den australischen Nachrichtensender „ABC“ schreibt. Was diese ihr an den Kopf warf, ließ die Krankenschwester fassungslos zurück: Ihre Bekannte, die sie nie zuvor in ihrer Arbeitskleidung sah, nannte sie „nur eine Krankenschwester.“

„Während meiner 18 Jahre andauernden Karriere habe ich diesen Spruch schon sehr oft gehört. Aber heute hat er mich einfach getroffen“, schreibt die Mutter von drei Töchtern.

Sie stellt sich die Frage: „Hätte diese Frau mich ’nur eine …‘ genannt, wenn ich dort in einem Anzug und mit High Heels gestanden wäre?“

Vielleicht müssen wir erst wieder lernen, offline zu kommunizieren und Dankbarkeit zu zeigen, gibt Brassington zu Bedenken.

Für ihre Bekanntschaft hat sie eine ganz klare Botschaft. In einem offenen Brief macht sie verständlich, was sie von den respektlosen Worten hält. Und vor allem, was sie den ganzen Tag in ihrem Berufsalltag leistet.

„Ich verpasse die Geburtstage meiner Kinder, um zur Arbeit zu gehen“

„Ich habe Babys auf die Welt geholfen. Viele von ihnen brauchten Hilfe bei ihrem ersten Atemzug. Trotzdem bin ich nur eine Krankenschwester.

Ich habe die Hände von Patienten gehalten und ihre Würde gewährleistet, als sie ihren letzten Atemzug nahmen. Trotzdem bin ich nur eine Krankenschwester.

Ich habe trauernden Eltern beigestanden, nachdem sie ihr Kind verloren haben. Trotzdem bin ich nur eine Krankenschwester.

Ich habe Patienten reanimiert und sie so ins Leben zurückgeholt. Trotzdem bin ich nur eine Krankenschwester.

Ich bin die Augen, Ohren und Hände des Arztes mit der Fähigkeit, Krankheiten einzuschätzen, zu behandeln und zu heilen. Trotzdem bin ich nur eine Krankenschwester.

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